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VIA MARIANA war ursprünglich eine Projektidee für einen EU-geförderten, grenzüberschreitenden Pilgerweg vom sächsischen Zittau zum böhmischen Bohosudov (früher Mariaschein).

Im Jahr 2008 haben wir als Deutsch-Tschechische Agentur für Kommunikation (jetzt INTERNATIONALES MARKETING DRESDEN) gemeinsam mit dem Regionalentwicklungsbüro von Dr. Johannes von Korff einen detaillierten Projektentwurf vorgelegt, unterstützt von Thomas Walther (Ö GRAFIK agentur für marketing und design). Wir hatten damals das EU-Förderprogamm Ziel3-Cíl3 im Blick. An einer Trägerschaft war der Tourismusverband Sächsische Schweiz interessiert. Mögliche Partner hätten die Tourismusverbände der Böhmischen Schweiz, der Lausitz und des Erzgebirges, außerdem die Kirchen beiderseits der Grenze und die Universitäten in Dresden und in Ústí nad Labem sein können. Der Antrag wurde damals jedoch nicht gestellt. Nach zehn Jahren Pause möchten wir jetzt den Versuch unternehmen, die Idee der VIA MARIANA wiederzubeleben.

»Ich bin dann mal weg«

Dass aus der VIA MARIANA damals kein EU-Förderprojekt wurde, liegt zum einen daran, dass es 2008 im Grenzgebiet für spirituelle Themen noch zu früh war. Auf böhmischer Seite waren die meisten Kirchen und Kleindenkmäler in solch einem desolaten Zustand, dass sich tschechische Partner schwer vorstellen konnten, sich ausgerechnet darüber zu vermarkten. Hinzu kam ein Forschungsrückstand. Zu den klerikalen Objekten entlang der Strecke lagen kaum aktuelle, wissenschaftliche Veröffentlichungen vor. Die Literatur war überwiegend fromm und mindestens hundert Jahre alt. Außerdem »pilgerten« Touristen noch nicht - bis auf Hape Kerkeling, dessen Bestseller »Ich bin dann mal weg« gerade erst erschienen war.

Neue Anläufe

Inzwischen ist auf beiden Seiten der Grenze viel restauriert worden (auch das unten gezeigte Portal) und regionalgeschichtlich weiter untersucht. Der Pilgertourismus boomt. Anfang 2018 hat Klaus Brähmig (Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbands Sächsische Schweiz) eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich erneut für einen sächsisch-böhmischen Pilgerweg stark machen und  Fördermittel mobilisieren will. In dieser Arbeitsgruppe arbeiten wir mit. Parallel läuft auf www.VIAMARIANA.com unser Online-Projekt, über das wir für die VIA MARIANA eine Online-Community aufbauen. 

Wie alles anfing

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Susanne Arens (vormals Gertoberens) erinnert sich, wie alles anfing.

»Als ich in 1996 zum ersten Mal über die Grenze nach Böhmen in den Schluckenauer Zipfel kam, war ich überrascht. Überall Heiligenfiguren und Christuskreuze an den Straßen. In keinem guten Zustand allerdings. Ich fuhr durch menschenleere Orte mit viel zu großen Kirchen. Aus hochherrschaftlichen Villen und Palästen spross Birkengrün. Und immer wieder Industrieruinen. Warum sieht das hier so aus, fragte ich mich.

Inzwischen weiß ich mehr über das sogenannte Sudetenland, über Kriege und Vertreibungen, Reformationen und Gegenreformationen, über Protestanten, Katholiken und Hussiten. Themen der Weltgeschichte, die sich im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet auf engstem Raum eindrucksvoll widerspiegeln.

So ein Paradies der Gegensätze müsste doch für Kulturtouristen interessant sein, überlegte ich, und auch für die neuzeitlichen Pilger, die - ob fromm oder nicht - auf Jakobswegen unterwegs sind. So entstand die Idee für einen grenzüberschreitenden Pilgerweg.

Die VIA MARIANA sollte auf etwa 180 Kilometern von der Lausitz durch den Schluckenauer Zipfel quer durch die Sächsische Schweiz und dann übers Erzgebirge nach Mariaschein führen, dem großen Wallfahrtsort der K.u.K.-Monarchie.

Wichtige Impulse kamen damals von Klaus Brähmig, der mich überhaupt erst auf die Idee brachte, Mariaschein einzubeziehen. Er wusste von den Pilgerzügen aus der Lausitz, die zu Zeiten vor der Reformation vielleicht sogar auch seinen Heimatort Papstdorf in der Sächsischen Schweiz ansteuerten.«

Susanne Arens ist Inhaberin der Agentur INTERNATIONALES MARKETING DRESDEN.

Dresden, 22. Februar 2018