Die nützlichsten Karten für Tschechien gibt es bei Mapy.cz, basierend auf OpenStreetMap. Oben sehen Sie den Ausschnitt einer "Wanderkarte" für die Umgebung von Bohosudov (Mariaschein), wo - anders als bei Google - alle Fuß- und Wanderwege, Sehenswürdigkeiten und sogar Kleindenkmäler angezeigt werden. Für andere Kartenvarianten klicken Sie unten links "Auf der Karte anzeigen" und gehen dann auf "Karte ändern". Für die alten deutschen Ortsbezeichnungen gibt es da zum Beispiel "19. Jahrhundert" (oder klicken Sie hier: https://de.mapy.cz/s/gugurepemu).

Gegenüber Google hat Mapy.cz noch einen weiteren Vorteil: Mapy zeigt die gültigen tschechischen Otrsbezeichnungen. Eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Bei Google heißt Krupka aber immer noch Graupen, statt Teplice liest man Teplitz-Schönau, statt Děčín Tetschen-Bodenbach. Tatsächlich existiert im tschechischen Grenzgebiet für jedes Dorf, für jede Stadt, jeden Fluss und jeden Berg ein alter deutscher Name. Aber der ist aus der Zeit vor 1945! Die alten Namen tauchen heute auf keinem Ortseingangsschild und auf keinem Wegweiser mehr auf.

Sie wollen lieber wissen, wie Tschechien in 100 Jahren aussieht? Diese Kartenvariante sieht wie ein Computerspiel aus. Da gibt es zum Beispiel einen Weltraum-Fahrstuhl, Vesmírný výtah. Finden Sie ihn? Er ist hellblau und sieht wie eine Laterne aus: https://de.mapy.cz/s/kurapukemu

 

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Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Wagen gestohlen wird, ist in Berlin größer als im tschechischen Grenzgebiet. Achten Sie lieber auf die Park- und Halteverbotsschilder. Die tschechische Polizei ist schnell dabei, Parkkrallen anzubringen. Um sie wieder loszuwerden, bleibt einem nichts anderes übrig, als zu Fuß die nächste Polizeistation anzusteuern. Die Strafe (tschechisch: pokuta) bezahlt man in bar bei den Uniformierten, die die Kralle wieder abbauen.
Achtung: Die Parkautomaten auf den zentralen Plätzen in den Städten nehmen keine Scheine und wechseln im Allgemeinen nicht.

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Guten Tag - Dobrý den

Auf Wiedersehen - Na shledanou oder na shle
(wie na s-hledanou bzw. na s-hle)

Bitte - Prosím

Danke - Děkuji oder díky
(wie djekuji bzw. dieki)

Wo ist ...? - Kde je ...
(Aussprache gde je ...?)

Hilfe! - pomoc!
(Aussprache pomotz)

Auch in Tschechien funktioniert die internationale Notrufnummer 112.

Tancovat heißt tanzen

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Im Tschechischen sind manche Worte dem Deutschen entlehnt. Gängig und leicht zu erkennen sind „tancovat“ und „malovat“. Schwieriger sind Worte wie „šnuptychl“ für Schnupftüchlein, „cimprlich“ für „zimperlich“ oder „ženýrovat se“ für „sich genieren“. Weitere Beispiele für solch versteckte deutsche Worte sind šnaps (Schnaps), šmuk (Schmuck), šroub (Schraube), taška (Tasche), cukr (Zucker), drát (Draht), mícka (Miezekatze) oder šlucht (Schlucht). Für „reisen“ sagen die Tschechen gern „rajzovat“ und für „wandern“ „vandrovat“. Manch einer, der „spazieren gehen“ will, spricht von „špacírovat“.

Wozu Haken, Striche und Kringel?

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Tschechische Texte sind kürzer als deutsche, weil das tschechische Alphabet Buchstaben spart. Zu jedem Laut gibt es passendes, einzelnes Zeichen. Wo wir im Deutschen zum Beispiel ein sch schreiben müssen, genügt im Tschechischen ein š. Die Tschechen würden šůle statt Schule schreiben, wašmašíne statt Waschmaschine.

Das č ist die Kurzform für tsch. Praktisch wäre das zum Beispiel für die deutschen Worte Kutsche und Rutsche. Daraus würden dann kuče und ruče. Auch das ř steht für vier ganze Buchstaben, und zwar für rsch. Die korrekte Aussprache des ř-Lauts müssen auch tschechische Kinder erst lernen. Den Deutschen empfiehlt man zur Übung das Wort Hirsch. Versuchen Sie es auf Bayrisch. Was dabei rauskommen soll, ist ein gerolltes r, dazu gleichzeitig ein normales, deutsches sch

Striche und Kringel bewirken eine Verlängerung des jeweiligen Vokals. Da könnten wir auf Deutsch Boot zu bót, Papier zu papír, Lehne zu léne oder Kuhle zu kůle schrumpfen lassen. Das Wort Regen würde ein Tscheche so buchstabieren: régn. Denn was man nicht ausspricht, in diesem Fall das zweite e, wird auch nicht aufgeschrieben.

Aus der deutschen Buchstabenkombination nj wird im Tschechischen ein ň. Soňa und Maňa kommen im Tschechischen mit vier statt fünf Buchstaben aus. Wo die Deutschen ein ss oder ß schreiben, genügt im Tschechischen ein einfaches s. Tschechen würden kase schreiben und nicht Kasse oder stráse und nicht Straße. Ein stimmhaftes deutsches s verwandeln Tschechen sofort in ein z. Wenn Sie einem tschechischen Schulkind das Wort Sahne diktierten, würde es záne zu Papier bringen. Rose schriebe es als róze und Wiese als víze. (Das w wird  gemieden). Das deutsche z und das tz finden sich im Tschechischen als c wieder, cum Bajšpíl im Vort Kace. Das ž kommt im Tschechischen oft bei Fremdwörtern zum Einsatz, wie beispielsweise in den tschechischen Worten žurnalist (Journalist) und garáže (Garage).

Wer hat diese Schreibweise erfunden? Jan Hus war es, der große böhmische Reformator, der um 1400 herum zur genaueren Wiedergabe der tschechischen Laute die beiden diakritischen Zeichen háček (Haken) und čárka (Strich) einführte.

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Das Grenzgebiet lässt sich gut mit der Bahn erkunden. Von Sachsen nach Böhmen fährt man entweder bei Sebnitz über die Grenze oder von Bad Schandau aus in Richtung Děčín. Zu empfehlen ist das Elbe-Labe-Ticket. Es gilt grenzüberschreitend in allen regionalen Verkehrsmitteln, also auch in Bussen und Straßenbahnen. 

Das Elbe-Labe-Ticket ist eine Tageskarte und wird vom Verkehrsverbund Oberelbe angeboten. https://www.vvo-online.de

Die Nationalparkbahn (U28) verbindet Sächsische und Böhmische Schweiz. Sie verkehrt zwischen Děčín und Rumburk über Bad Schandau und Sebnitz. Von Sebnitz gelangt man sofort über die Grenze in den Schluckenauer Zipfel. https://www.vvo-online.de/de/tarif-tickets/tarif/Nationalparkbahn

Die An- und Abfahrtszeiten der tschechischen Bahnen finden Sie auch auf den deutschen Seiten www.vvo-online.de/ und www.bahn.de Das einschlägige tschechische Portal heißt www.idos.cz Bei odkud (= woher) und kam (= wohin) trägt man Start und Ziel und dann ein Stück weiter unten noch Datum und Uhrzeit ein. Dann auf hledat (= suchen) klicken, und die passenden Verbindungen werden angezeigt. Die Symbole sind eindeutig: Loks, Busse, Fußgänger.

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Im tschechischen Grenzgebiet können Sie in Restaurants und Geschäften mit Euros bezahlen. Das Wechselgeld bekommen Sie dann in Kronen zurück. Die Kurse, die dabei zugrunde gelegt werden, sind im Allgemeinen fair. Unbedingt nachrechnen sollte man in den Wechselstuben an der Grenze. Die Bearbeitungsgebühr (tschechisch: poplatek) bezieht sich prozentual auf den Wechselbetrag. Weil aber meist eine Mindesthöhe festgelegt ist, lohnt sich das Umtauschen erst ab einer bestimmten Summe. Kronen bekommen Sie auch problemlos per EC-Karte aus jedem Geldautomaten. Aber auch hier werden Gebühren fällig. Nur beim direkten Bezahlen mit der Karte kommen keinerlei Extrakosten hinzu. Der Wechselkurs bewegt sich um die 25 Kronen zu einem Euro.

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Für die Markierung des gesamten tschechischen Wanderwegenetzes ist zentral der Klub der tschechischen Touristen (KČT Klub Českých turistů) verantwortlich. An die 1.400 ehrenamtliche Helfer kümmern sich um insgesamt mehr als 40.000 Kilometer Wanderwege in ganz Tschechien. An wichtigen Kreuzungspunkten und Abzweigungen hat der KČT einheitliche, massive Wegsäulen aufgestellt. Manchmal ist es auch ein dicker Baum, an dem die wetterfesten Wegweiser zu den Zielen angebracht sind, die von hier aus zu erreichen sind. Jede Wegsäule hat einen eigenen Namen. Die Positionen der Säulen finden sich als Kreuze in den tschechischen Wanderkarten wieder, meist stehen auch die Namen daneben.

Ein erster Blick auf eine Wanderkarte erweckt den Eindruck, Tschechien verfüge über ein enges Wanderwegenetz. Manchmal fallen die farbig gekennzeichneten Trassen aber auch mit Landstraßen zusammen. Man muss sich in Tschechien damit abfinden, auch mal auf Asphalt zu laufen. Wer nach Alternativen sucht und auf unmarkierte Nebenwege ausweichen möchte, stößt manchmal auf Phantomwege, die in Wirklichkeit gar nicht mehr existieren. Wir arbeiten mit www.mapy.cz und hoffen, dass dort alles stimmt. 

Im Wald sind manchmal von Reste von Wanderwegmarkierungen aus den 20er und 30er Jahren zu erkennen. Achten Sie auf die weißen Querstreifen, die einige Bäume tragen und die im Lauf der Jahrzehnte mitgewachsen sind. Vielleicht haben Sie Lust, solch einem alten Wegeanfang nachzugehen und auszuprobieren, wie weit man heute noch kommt.