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Richtig ist, dass im sogenannten Sudetenland bis 1945 überwiegend Deutsch gesprochen wurde und die Orte deshalb auch deutsche Namen hatten. Hitler-Deutschland annektierte 1938 die tschechoslowakischen Randgebiete, wo aus Sicht der Nationalsozialisten "Volksdeutsche" lebten, als Sudetengau. Da war die Tschechoslowakei noch nicht einmal 20 Jahre alt. Davor hatte Böhmen etwa 400 Jahre lang zum Königreich Österreich-Ungarn gehört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschböhmischen Familien von den Tschechen vertrieben. Ca. drei Millionen Menschen mussten 1945/46 das Land verlassen.

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Auf dem oben abgebildeten Denkmal für die Opfer der beiden Weltkriege sieht man es ganz klar: Aus tschechischer Sicht beginnt der Zweite Weltkrieg schon 1938 und nicht - wie für uns - erst 1939. Denn am 1. Oktober 1938 marschierte die deutsche Wehrmacht in die Tschechoslowakei besetzte die Grenzgebiete. 

Die Annektierung des Sudetenlands war vom Münchner Abkommen gedeckt, unterzeichnet von England, Italien und Frankreich. Nicht zugestimmt hatte allerdings die tschechoslowakische Regierung in Prag. Sie war bei der Konferenz überhaupt nicht dabeigewesen. 

England und Frankreich hatten die Hoffnung gehabt, Hitler ließe sich mit dem Münchner Abkommen zufriedenstellen und in seinem Expansionsdrang bremsen. Jedoch schon bald drängte NS-Deutschland am 14. März 1939 die Slowaken, sich von Tschechoslowakei abzuspalten. Danach besetzten die Deutschen die sogenannte »Rest-Tschechei« und riefen das »Protektorat Böhmen und Mähren« aus. 

Nach dem Zweiten Weltkrieges wurden fast alle Deutschböhmen - etwa drei Millionen Menschen - vertrieben. Zunächst "wild", danach in geordneterer Weise gemäß den formal heute immer noch gültigen Dekreten des Präsidenten Edvard Beneš.


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Am 14. und 15. März 1939 besetzte die deutsche Wehrmacht die sogenannte »Rest-Tschechei« und erklärte das Gebiet zum »Protektorat Böhmen und Mähren«. Zuvor hatte das Deutsche Reich die Abtretung des Sudetenlands erzwungen. Der slowakische Teil der 1918 gegründeten Tschechoslowakischen Republik spaltete sich unter Hitlers Druck ab und funktionierte bis Kriegsende als Satellitenstaat des Deutschen Reichs.

 Bildnachweis XrysD, Protektorat Böhmen-Mähren, CC BY-SA 3.0


Reichsgau Sudetenland

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Als »Sudetenland« bezeichnete man schon 1918 die Grenzgebiete der damaligen Tschechoslowakei, wo überwiegend Deutsch gesprochen wurde. Im Münchner Abkommen von 1938 wurde das Sudetenland gegen den Willen der Prager Regierung dem Deutschen Reich zugesprochen. Vom 1. Oktober bis zum 10. Oktober 1938 besetzte die deutsche Wehrmacht das Gebiet. Für die Festlegung der Grenzen des neuen »Reichsgau Sudetenland« spielten nicht nur die Zusammensetzung der Bevölkerung sondern auch wirtschaftliche und strategische Gesichtspunkte eine Rolle.

 

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Bildnachweis XrysD, Sudetenland, CC BY-SA 3.0
Bildnachweis Reichsgaue, CC BY-SA 3.0


 

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Eine Straße mit Namen "Žižkova" erinnert an den Hussitenführer Jan Žižka (1360-1424). Jan Hus hatte im 15. Jahrhundert in Böhmen die Reformation eingeführt. Der Reformator Jan Hus lebte etwa einhundert Jahre vor Luther. Denkmäler von Jan Hus und Straßen, die nach hussitischen Persönlichkeiten benannt sind, findet man in Tschechien überall.

Legendär sind in Sachsen die Überfälle der Hussiten im 15. Jahrhundert. Gleichzeitig unternahmen Sachsen nach Böhmen Kreuzzüge. Der Zwist endete mit einem Ausgleich, mit dem die hussitische Religion in Böhmen akzeptiert wurde.

Nach der Schlacht Weißen Berg bei Prag im Jahr 1620 wurde das bis dahin relativ tolerante Böhmen von den Habsburgern gewaltsam rekatholisiert. Die Gegenreformation zwang böhmische Protestanten ins Exil nach Sachsen.

Heute berufen sich in Tschechien die Böhmischen Brüder und die Neuhussiten auf Jan Hus.